Karl Barth über das Menschsein (Kirchliche Dogmatik, 1948): „Mensch sein heißt: um Jesu willen gehalten sein von Gottes Barmherzigkeit und um Jesu willen sich halten an seine Gerechtigkeit. Ein Mensch ist von Jesus her ein Bewahrter und nun doch selbst ein Bewahrer: denn in dem er behütet ist, ist es ihm aufgegeben, selber ein Hüter zu sein.“

Über das Menschsein

Von Karl Barth

Mensch sein heißt, um Jesu willen sein Haupt erheben dürfen, sich um Jesu willen vor dem Verlorengehen im Nichts nicht fürchten müssen. Mensch sein heißt: um Jesu willen gehalten sein von Gottes Barmherzigkeit und um Jesu willen sich halten an seine Gerechtigkeit. Ein Mensch ist von Jesus her ein Bewahrter und nun doch selbst ein Bewahrer: denn in dem er behütet ist, ist es ihm aufgegeben, selber ein Hüter zu sein. Indem ihm geholfen wird, wird auch er selber zum Helfer eingesetzt; und indem er im Lichte der Offenbarung ist, kann es nicht anders sein, als daß er so oder so selber Licht wird. Das ist die Geschichte der menschlichen Existenz als solcher und im All­gemeinen. Sie ist keine selbständige Geschichte. Sie folgt auf die Geschichte des Menschen Jesus.

Karl Barth, Kirchliche Dogmatik III/2: Die Lehre von der Schöpfung, Zollikon-Zürich, Evangelischer Verlag, 1948, § 44, S. 194.

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