Siegfried Einstein, In meine Heimat nur im Tod … (1975): „In meine Heimat möchte ich nicht zurück, / Nicht an den Ort, aus dem sie mich vertrieben. / Ich fühl, solang ich leb, das harte Stück / Des Steines, den sie johlend mir verschrieben // „Zur Strafe für den Juden“, wie sie keuchten; / Vortrefflich zielten sie auf meine Stirn / Und als ich wankte, sah ich nur ein Leuchten: / Im Gleitflug kam mein Traum von Tod und Hirn.“

IN MEINE HEIMAT NUR IM TOD … In meine Heimat möchte ich nicht zurück,Nicht an den Ort, aus dem sie … Mehr

Siegfried Einstein, Aus einem Jom Kippur in der Synagoge zu Laup­heim: „Lothar Goldstein stand in einer frem­den Synagoge und hörte, wie der Kantor mit der vollen Baritonstimme seine und des ganzen Volkes Israel Sünden bekannte, und er lächelte, da er an sei­nen Vater dachte, der auch in späteren Jahren Tränen in den Augen hatte, wenn das Kol Nidre gesungen ward. Ganz in sich zusammengekrochen konn­te er dasitzen, der Jude Maximilian Goldstein, der Warenhausbesitzer und Kriegsteilnehmer, ganz traurig und ver­lassen wie ein einzelner Baum inmitten eines Trümmerfeldes schien der Vater an Dinge zu denken, die der Knabe Lothar auch beim besten Willen nicht verstanden hätte und über deren Aus­maß und Bedeutung Maximilian Gold­stein selbst sich nicht im klaren war.“

Aus einem Jom Kippur in der Synagoge zu Laupheim Von Siegfried Einstein Am 10. Oktober begingen die Juden in der … Mehr