Max Weber über Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (1919): „Wenn da plötzlich die Gesinnungspolitiker massen­haft in das Kraut schießen mit der Parole: »Die Welt ist dumm und gemein, nicht ich; die Verantwortung für die Folgen trifft nicht mich, sondern die andern, in de­ren Dienst ich arbeite, und deren Dummheit oder Gemeinheit ich ausrotten wer­de«, so sage ich offen: dass ich zunächst einmal nach dem Maße des inneren Schwergewichts frage, das hinter dieser Gesinnungsethik steht, und den Eindruck habe: dass ich es in neun von zehn Fällen mit Windbeuteln zu tun habe, die nicht real fühlen, was sie auf sich nehmen, sondern sich an romantischen Sensationen berauschen.“

Über Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (Politik als Beruf, 1919) Von Max Weber Wie steht es denn aber mit der wirklichen Beziehung … Mehr

Stephen E. Hanson und und Jeffrey Kopstein (The Assault on the State) über die Wiedergeburt des Patrimonialismus als Herrschaftsform: „Viele dieser Führer sind an die Macht gekommen, indem sie relativ freie und faire Wahlen gewonnen haben. Diese Männer als ‚antidemokratisch‘ darzustellen, kann bei ihren Anhängern das Gefühl schüren, dass das ‚liberale Establishment‘ heuchlerisch ist: Wenn Liberale Wahlen verlieren, nennen diese die Gewinner dann „Autoritäre“. Wir sind der Meinung, dass der treffende Begriff ‚Patrimonialismus‘ des deutschen Soziologen Max Weber die Bedrohung, die diese Führer für moderne Institutionen darstellen, besser beschreibt. Diese Männer geben sich als ‚Väter‘ ihrer Nationen aus, führen den Staat als eine Art ‚Familienunternehmen‘ und verteilen Staatsvermögen und Schutz an Loyalisten.“

In ihrem Buch The Assault on the State. How the Global Attack on Modern Government Endangers Our Future (John Wiley … Mehr