Maskulistische Geschlechterforschung aus dem Kriegsjahr 1917 – der Gynäkologe Ernst Bumm über das Frauenstudium: „Wie der Körper durch die Sekrete seinen weiblichen Charakter erhält, so wird auch die seelische Tätigkeit des Gehirns in besonderer, der Frau eigentümlicher Weise abgestimmt, was sich oft dem An- und Abschwellen der Drüsenfunktion entsprechend in wechselndem Maße äußert und beobachten lässt. Die weibliche Anlage und ihre Funktionen bewirken eine stärkere Erregbarkeit und deshalb bei allen geistigen Vorgängen ein stärkeres Mitklingen der Gefühlssphäre. Frauen sind im allgemeinen mehr als Männer Stimmungen und unbewussten Gefühlserregungen unterworfen, welche die Arbeit ungleichmässig machen, die rein verstandesmässige Ueberlegung einschränken und das Urteil trüben können. Die Stimmungen greifen auch auf die Willenskraft über, die anscheinend unbegründeten Schwankungen ausgesetzt ist und leichter beeinflusst wird. Bekannt ist die überfeine Empfindsamkeit gegen Lob und Tadel, man kann bei Frauen durch Lob und Anregung des Ehrgeizes alles herausholen, Tadel und Widerstände drücken ihre Leistungen herab und können sie vollständig hemmen. Weil sich in den Willensakt leicht Gefühle einmischen, fällt es der Frau schwer, weittragende Entschlüsse zu fassen und Verantwortungen zu übernehmen, sie liebt die Kompromisse, sie ist konservativ und zieht dem Einschlagen neuer Bahnen das ruhige Wandeln auf dem ausgetretenen Wege der Gewohnheit vor. Der vollen dauernden Hingabe der Seele ans Werk wirft sich der Körper entgegen: Deshalb bringt die Frau, die im Bereiche ihrer Veranlagung als Mutter zur höchsten Selbstentäusserung fähig und immer bereit ist, den Grad von Konzentration der Seelenkräfte nur selten auf, wie er zu grossen Taten auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft nötig ist.“

Wer meint, dass universitäre Gender Studies Gaga seien, sollte sich die Rede „Über das Frauenstudium“ von Ernst Bumm (1858-1925), seinerzeit … Mehr