Karl Barth, Der Sinn des kirchlichen Fortschritts (1939): „Weil auch das wahr ist, dass wir zwar Zeit haben, aber bald keine Zeit mehr haben werden, darum muss es in der Kirche mitten in der Evo­lution immer auch Revolutionen geben, genauer ge­sagt: Reformationen, d. h. Erneuerungen, Wieder­herstellungen von Grund aus, Rückgriffe, bzw. Vor­griffe auf den Grund und das Ziel der Kirche in Jesus Christus, radikale Besinnungen auf jenes Eine, im Wechsel der Zeiten Beharrende, das nun doch so einfach, wie Vinzenz von Lerinum es sich ge­dacht hat, der Kirche nicht zur Verfügung steht, das vielmehr nach einem Worte Calvins in ‚vielen Auferstehungen‘ der Kirche neu geschenkt, aber auch von der Kirche selbst immer neu erbetet, erkannt, erobert werden muss.“

Der Sinn des kirchlichen Fortschritts (1939) Von Karl Barth Als ich eingeladen wurde, in diesem Winter einen Bernoullianums-Vortrag zu halten, … Mehr

Theodor W. Adorno, Fortschritt (1964): „Die Fetischisierung des Fortschritts bekräftigt dessen Partikularität, seine Begrenztheit auf Techniken. Würde wahrhaft der Fortschritt des Ganzen mächtig, dessen Begriff die Male seiner Gewalttätigkeit trägt, so wäre er nicht länger totalitär. Er ist keine abschlußhafte Kategorie. Er will dem Triumph des radikal Bösen in die Parade fahren, nicht an sich selber triumphieren. Denkbar ein Zustand, in dem die Kategorie ihren Sinn verliert, und der doch nicht jener der universalen Regression ist, die heute mit dem Fortschritt sich verbündet. Dann verwandelte sich der Fortschritt in den Widerstand gegen die immerwährende Gefahr des Rückfalls.“

Fortschritt Von Theodor W. Adorno Theoretische Rechenschaft über die Kategorie des Fortschritts verlangt, diese so nahe zu betrachten, daß sie … Mehr

Karl Löwith, Fortschritt. Eine Fatalität (Progress: A Fatality, 1967): „Nur wenn es so etwas wie eine immerwährende kosmische Zeit gäbe, in der einige Dinge entstehen, während andere vergehen, würde die Idee des Fortschritts und der Wille dazu ihre unverhältnismäßige Schwere verlieren, die Schwere, die sie für uns hat, weil wir nichts ken­nen, was ewig währt, da wir den alten Sinn für die Ewigkeit und damit den Sinn für Propor­tionen in Bezug auf die menschlichen Angelegenheiten verloren haben – la terre des hommes, die jedoch nicht das Universum ist.“

Fortschritt. Eine Fatalität (Progress: A Fatality, 1967) Von Karl Löwith Das Konzept des Fortschritts wird oft mit dem der Entwicklung … Mehr

Wolfgang Huber über den Begriff ‚Fortschritt‘ (1980): „Fortschritt wird also vorrangig als Steigerung aus­gelegt. Erst allmählich tritt die Frage auf, ob im Prozess derartiger Steigerung die Bedingungen menschlichen Lebens zugleich erhalten werden können; und ebenfalls allmählich erst verbindet sich damit die Frage, ob nicht durch fortschreitende quantitative Steigerung die Bedin­gungen menschlicher Freiheit aufs Spiel gesetzt werden.“

Fortschritt Von Wolfgang Huber 1. Der Begriff und seine Herkunft Für das „wissenschaftlich-technische Zeitalter“ ist kaum ein Be­griff kennzeichnender als … Mehr

Karl Löwith, Das Verhängnis des Fortschritts (1963): „Das moderne historische Bewußtsein ist aber dadurch ausgezeichnet, dass es ganz und gar aus der Zukunft lebt und darum in Furcht und Hoffnung; die Erwartung der Zukunft ist das Element, in dem der Wille zum Fortschritt schwimmt. Die entscheiden­de Frage gegenüber unserer Besessenheit von der Zukunft wäre des­halb, ob die Zeit der Welt eine immerwährende oder ewige ist, im Unterschied zur end­lichen Zeit des Menschen.“

Das Verhängnis des Fortschritts (1963) Von Karl Löwith Der Begriff des Fortschritts geht oft unvermerkt über in den der Ent­wicklung. … Mehr

Karl Barth über Gott und die Weltgeschichte (KD IV/1): „Was ist das aufregend Interessante der Weltgeschichte? Die Monotonie des Hochmuts, in welchem der Mensch sich selbst und seinem Nächsten schon in grauer Vorzeit und dann im Auf und Ab seiner späteren Fortschritte und Rückschritte im Einzelnen wie im Ganzen offensichtlich nur immer aufs neue zu Leid gelebt hat, bis auf diesen Tag zu Leid lebt und ganz bestimmt bis zum Ende aller Tage zu Leid leben wird.“

Über Gott und die Weltgeschichte Von Karl Barth Die Bibel kennt auch nicht das Wort «Geschichte». Obwohl und indem sie … Mehr