Die 12 Hauptartikel der Bauernschaft Dem christlichen Leser Fried und Gnad Gottes durch Christum. Es sind viele Widerchristen, die jetzund … Mehr
Schlagwort: Bauernkrieg
Bedrohung des Zisterzienserinnenklosters Heggbach durch den Baltringer Haufen (Heggbacher Chronik, Februar/März 1525): „Am Samstag vor Circumdederunt, es war vor Valentini und der sonntägliche Buchstabe A [12. Februar], da kamen unsere armen Leute, die wichtigsten zu meiner seligen Herrin, und Ulrich Schmied war Hauptmann und Hans Galster, der Bruder der schwarzen Magdalena, war Fähnrich. Sie baten uns, dass wir ihnen etwas von den Zinsen nachließen und insbesondere, dass sie künftig weder Hennen noch Hühner noch Eier abgeben müssten. Da sagte meine selige Herrin, sie wolle das nicht tun, denn sie habe keine Macht, dem Gotteshaus zu nehmen, was ihm zukomme … Sie bäte sie inständig, dass sie von ihrem Vorhaben Abstand nähmen, denn sie würden sie selbst und das Gotteshaus in Ungemach bringen, auch bei jedermann in große Ungnade, das lege sie ihnen dar, und sie müsse sich ihrer schämen, besonders derer aus Sulmingen.“
Bedrohung des Zisterzienserinnenklosters Heggbach durch den Baltringer Haufen (Februar/März 1525) Eine unbekannte Nonne des Klosters Heggbach bei Biberach schrieb im … Mehr
Peter Blickle über den Deutschen Bauernkrieg: „Das göttliche Recht bildete den Ansatzpunkt zur Entwicklung neuer Verfassungsmodelle. Sie fußten auf der Prämisse, das Evangelium könne den Parameter für weltliche Ordnungen abgeben, was den prinzipiellen Widerspruch Luthers hervorrief, wohingegen der konkrete politische Unterbau je nach den territorialen Vorgaben variieren konnte. Gemeinsam ist allen Programmen, daß sie die Land- und Stadtgemeinden zur Basis des staatlichen Aufbaus machen und das Prinzip der Wahl für alle politischen Ämter durchsetzen wollen. So gelesen können die Programme insgesamt das Attribut »revolutionär« beanspruchen und der Bauernkrieg als solcher die Bezeichnung »Revolution des gemeinen Mannes«.“
Deutscher Bauernkrieg Von Peter Blickle Der Bauernkrieg gehört einerseits zu den herausragenden Ereignissen der deutschen Geschichte (Ranke nennt ihn das … Mehr
Landesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen vom März 1525: „Die Fahnen sollen rot und weiß sein, ebenso die Zeichen oder Kreuze, die in Andreaskreuz-Form darauf genäht sein sollen. Jedes Quartier oder jeder Teil soll ein eigenes Regiment aufstellen und halten, mit allem, was dazugehört, gemäß dem Kriegsrecht. Jeder Oberste im jeweiligen Teil soll ein besonderes Verständnis und eine Losung mit seinem Regiment, den Unteroberen und den anderen Räten haben, wie es sich gehört. Was die Obersten, Unteroberen, Räte und das Regiment beschließen, anordnen, befehlen oder unternehmen, dem soll die Gemeinde in christlicher Treue gehorsam sein.“
Landesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen Etwa 7. März 1525 Die ehrbare Landschaft dieser christlichen Vereinigung ist in drei Teile geordnet und … Mehr
Bundesordnung der oberschwäbischen Bauern, verabschiedet am 7. März 1525 in Memmingen (in heutigem Deutsch): „Zum Lob und zur Ehre des allmächtigen ewigen Gottes, zur Verkündigung des Heiligen Evangeliums und des göttlichen Wortes, und zum Beistand der Gerechtigkeit und des göttlichen Rechts wurde die christliche Vereinigung und das Bündnis gegründet. Niemand, ob geistlich oder weltlich, soll den Inhalten und Forderungen des Evangeliums und des göttlichen Rechts entgegenwirken, und besonders soll die brüderliche Liebe vermehrt werden.“
Die Bundesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen vom 7. März 1525 Verhandlung und Artikel, die am Montag nach Invocavit von allen Roten … Mehr
Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525: „Dies sind die Artikel: Der erste besagt, dass man keinem Pfarrer den Schlüssel zur Kirche überlassen soll. Man soll mit ihm reden, dass er das Heilige Evangelium predigt, die Lehren des Alten und Neuen Testaments und was dazu gehört, und nicht menschliche Träume und Erfindungen. Und wer das nicht tun will und sich nicht belehren lässt, den soll man hinausweisen und entlassen.“
Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525 (in heutigem Deutsch) Die Fürstabtei Kempten im Allgäu war bereits gegen Ende des … Mehr
Martin Luther, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522): „Beachte ein Gleichnis: Wenn dein Bruder mit einem Strick um den Hals gefährlich von seinem Feind gebunden wäre, und du Narr würdest zornig auf den Strick und den Feind, liefen hin und rissen den Strick mit großem Ernst zu dir oder stachen mit einem Messer danach, so würdest du wohl deinen Bruder erwürgen oder erstechen und mehr Schaden anrichten als der Strick und der Feind. Wenn du ihm aber helfen willst, musst du folgendermaßen vorgehen: Den Feind kannst du hart genug bestrafen oder schlagen, aber mit dem Strick musst du sanft und vorsichtig umgehen, bis du ihn von seinem Hals entfernt hast, damit du deinen Bruder nicht erwürgst.“
Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522) Von Martin Luther Jesus. Allen Christen, … Mehr
Urbanus Rhegius, Gutachten zu den Artikeln der Memminger Bauern erstellt für den Rat der Stadt Memmingen (März 1525): „Wenn jedoch Missbrauch im Zehnten vorliegt, können sie sich darüber beklagen, und eine weltliche Obrigkeit ist bei Vermeidung göttlicher Ungnade verpflichtet, sorgfältig zu prüfen und mit einer Ordnung zu verbessern, was keinen Nutzen bringt, damit es nicht durch Unordnung noch schlimmer wird. Denn in Römer 13 zeigt der Apostel, wie die weltliche Gewalt ein Diener Gottes ist, um solche Untersuchungen durchzuführen. Daher sollte sich niemand anmaßen, ohne ordentliche Gewalt den Zehnten und Zins abzuschaffen. Denn wenn man das Recht nicht ordnungsgemäß ausübt, wird daraus Unrecht. Deshalb hat Gott die weltliche Gewalt eingesetzt, um aller Unordnung im Zeitlichen zu begegnen.“
Memmingen (März 1525) Von Urbanus Rhegius Im Namen unseres Herrn Jesu Christi. Amen. Geehrte, weise, wohlgesinnte, liebe Herren, Ich habe … Mehr
Ernst Deuerlein über Johann Eberlin von Günzburg (1470-1533): „Seinem Vetter Jakob Wehe, Pfarrer in Leipheim an der Donau, hat er die Schrift zugeeignet: ‚Wie sich ein Diener Gottes in all seinem Tun halten soll und sonderlich gegen denen, welchen das Evangelium zuvor nicht gepredigt ist worden, dass sie sich nicht ärgern.‘ An die Christen in der Mark Burgau hat Eberlin eine ‚getreue Warnung‘ gerichtet. Auch dieses Sendschreiben enthält eine starke zeitkritische Unterströmung, wenn auch die theologisch-dogmatische Auseinandersetzung den Vorrang einnimmt.“
Johann Eberlin von Günzburg Von Ernst Deuerlein „Der Glockerthurn bin ich genannt / Und meld hie der von Güntzburg Schand.“ … Mehr