Ihr faßt die Dinge nüchtern in die Augen,
So wie sie sind, nicht größer, nicht geringer.
Ihr seid des Lebens rechnende Bezwinger
Und habt das Recht, es völlig auszulaugen!
Wie alle Dinge euren Zwecken taugen
Und jedem Druck sich fügen eure Finger!
Wie sie im Dienst der Heil- und Segenbringer
Sich finden, formen, hämmern, wählen, saugen!
Phantasien, die ihr seid! In euch entsprang
Die karge Welt, die ihr bestätigt findet!
Fort rollt von Untergang zu Untergang
Das Rad, und keiner greift ihm in die Felgen!
Ihr träumt die Nüchternheit! Ihr träumt und schwindet. –
Ich lieb’s, im Reich der Wirklichkeit zu schwelgen.
Quelle: Reinhold Schneider, Gesammelte Werk 5: Lyrik, Auswahl und Nachwort von Christoph Perels, Frankfurt a.M.: Insel.