Unbeständigkeit der irdischen Dinge
Von Johannes Chrysostomus
Ist ein Rad ununterbrochen in Drehung, so kann man keinen Teil seines Randes sehen, denn durch die Beständigkeit der Drehung ist immerfort das Obere zu unterst und umgekehrt. Ebenso wälzt sich beständig das Schicksal unseres Lebens, und das Obere kommt nach unten. So geht es beim Reichtum, bei der Herrschaft und allen anderen Gütern dieses Lebens. Niemals bleiben die Dinge im selben Zustand, sondern sie ahmen beständig die Ströme der Flüsse nach, die niemals stehen bleiben. Was kann es Ungewisseres geben als diese Dinge, die immer umgewandelt werden und fortfliegen, ehe sie in die Erscheinung getreten sind; die von dannen laufen, ehe sie recht angekommen sind? Darum sprach auch der Prophet, als er von Vergnügungen, von Reichtum und ähnlichen Dingen sprach und jene Leute, die darnach verlangen, als wären es bleibende Dinge, geißeln wollte: »Sie haben das für Dinge gehalten, die stehen, und nicht für solche, die fliehen.« [Amos 6,5]
Quelle: Johannes Chrysostomus, Homilie auf den Namen Abraham.