Karl Barths Predigt über Johannes 2,1-11: „Gewiß heiligt Gottes Güte auch unsere Schmer­zen. Aber wir dürfen auch dies hören: Sie heiligt auch unsere Freuden. Im Blick darauf dürfen wir uns wohl freuen auch in menschlicher Freude, wenn uns solche ge­schenkt wird.“

Predigt über Johannes 2,1-11 (2. Sonntag nach Epiphanias)

Von Karl Barth

»Es ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa« lesen wir. »Hochzeit« bedeutet eine hohe, be­sondere Zeit im Leben des Menschen, einen Tag, an welchem ein bißchen Glanz auch auf das bescheidenste Menschen­dasein fällt, ein bißchen Glanz auch von ihm ausgehen darf. Etwas von der Freude, die wir Menschen alle vom Leben haben möchten und wohl auch haben dür­fen und können! »Hochzeit!« ist ein Höhepunkt für den Menschen. Was er kennt oder zu kennen meint an Lebenserfüllung, drängt sich ihm zusammen in der Erwartung und Erinne­rung dieses Tages.

Und nun hören wir: »Die Mutter Jesu war da.« Maria, die Mutter Jesu, war der Mensch, zu dem das Wort Gottes gekommen war, wie vorher und nachher zu keinem anderen Menschen. In Maria war es zu uns allen gekommen; in Maria hat es unser Fleisch und Blut angenom­men. Zu Maria hatte der Engel gesprochen: »Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir.« Und Maria hatte geantwortet: »Ich bin des Herrn Magd. Mir geschehe, wie du gesagt hast.« – Daß die Mutter Jesu an jener Hochzeit war, dem können wir entnehmen, daß Gott auf keinen Fall ein Spielverderber ist. Sein Wort verachtet und vernichtet auch das Menschliche nicht, das für uns in dem Wort »Hochzeit« beschlossen ist. Im Gegenteil: gerade wenn die heilige Schrift von dem Größten und Höchsten redet, das sie uns zu sagen hat: von der letzten, erlö­senden und vollendenden Gegenwart Gottes in der Welt und in unserem Menschendasein, dann redet sie bildlich von solchen mensch­lichen Höhepunkten, vom Erntetag, vom Einzug eines Königs, von einem großen Gastmahl oder eben, und besonders gerne, von einem Hoch­zeitsfest. Es ist schon so: durch Gottes Gnade und Offenbarung kann menschliche Freude zum Gleichnis werden des Jubels aller Engel und Seligen am Tag der ewigen Gotteshilfe. Und wo Maria ist, der Mensch, zu dem das Wort Gottes gekommen ist, da wird menschliche Freude ein solches Gleichnis. Gottes Güte, Geduld und Vergebung nimmt dann das Menschliche an und heiligt es in aller seiner Verkehrt­heit zu seinem Dienst. Gewiß heiligt Gottes Güte auch unsere Schmer­zen. Aber wir dürfen auch dies hören: Sie heiligt auch unsere Freuden. Im Blick darauf dürfen wir uns wohl freuen auch in menschlicher Freude, wenn uns solche ge­schenkt wird. Wir haben dann sogar zu bedenken, daß uns in der Bibel befohlen wird: »Freuet euch!« Wenn Maria da ist, der Mensch, zu dem das Wort Gottes gekommen ist, dann gilt uns die Erlaubnis und der Befehl, unseres menschlichen Lebens­tages froh zu sein. Wenn Maria da ist! An diesem Wenn hängt freilich alles. Es erinnert uns an das wahre Wort, daß rechte Freu­de eine strenge, eine ernste Sache ist.

»Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen.« Daß auch Jesus zuge­gen ist, wenn wir uns freuen, das ist nun noch einmal etwas Besonderes, nicht Selbstverständ­liches, auch wenn Maria da ist, der Mensch, zu dem das Wort Gottes gekommen ist. Wir vergessen es leicht: der, auf den Alles ankommt, ist nun doch Jesus selber. Das Wort Gottes kommt ja nicht so zu uns, daß wir es nachher in der Tasche hätten. Es kommt zu uns als das Wort, das wieder zu uns kommen will. Christen sind wir, indem wir heute aufs neue Christen werden. Gerade die, die die Gaben des Herrn empfangen haben, müssen immer aufs neue nach ihm selber, dem Geber rufen: Komm, Herr Jesu, sei unser Gast! – Wir hören aber auch von Jesu Jüngern. Seine Jünger sind die Menschen, die er berufen hat, seine Offenbarung zu vernehmen und zu verkündigen, deren Stimme wir in der heiligen Schrift hören. Sie können und werden nicht fehlen, wo Jesus selbst einkehrt. Sie sind seine Vorläufer, seine Zeugen und Boten. Jesus ist nicht ohne sie, das Wort Gottes ist nicht ohne das Wort dieser Menschen zu haben. – Wir hören, daß Jesus und seine Jünger sich einladen ließen. Das ist das große Wun­der der göttlichen Herablassung. Gott ist Mensch geworden, damit wir ihn rufen dürften, wie man seinen Nachbar und Freund ruft, damit er bei uns sei im Leid, aber auch in der Freude, und wir haben ihn hier wie dort nötig. Und wir haben die Verheißung, daß er kommt, wenn wir ihn rufen. Und nun bedenkt wohl: Wir Alle haben ihn schon gerufen und eingeladen. Wir haben ihn eingeladen, als wir in unserer Taufe ihm dargebracht wurden. Wir haben ihn einge­laden, als wir heute in den Gottesdienst kamen. Wir haben ihn jedesmal eingeladen, wenn unsere Gedanken, wie ratlos und hilflos immer, zu ihm gingen, wenn wir zu beten versuchten. Wir dürfen ohne Weiteres gewiß sein, daß er uns jedesmal und so auch heute, gehört und er­hört, daß er unsere Einladung angenommen hat, daß er auch heute und hier unter uns, in unse­rer Mitte ist. »Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.«

Aber nun kommt ein anderer Ton in unseren Text: »Da es an Wein gebrach …«. In die Hoch­zeitsfreude mischt sich eine kleine Verlegen­heit. Eine kleine Verlegenheit? Wir möchten denken, daß es zwar unangenehm, aber doch nicht so schlimm war, wenn jenen guten Leuten der Wein ausging. Nun, wir werden doch Alle wissen, wie schwer uns tatsächlich oft genug gerade die kleinen Nöte des Lebens belasten. Was heißt überhaupt »groß« und »klein« in dem Augenblick, wo wir wieder einmal auf die Grenze menschlichen Wissens und Könnens und auch menschlicher Freude stoßen? Sind es nicht gerade die »kleinen« Verlegenheiten, Ver­drießlichkeiten und Ärgernisse, die uns diese Grenze ganz besonders deutlich vor Augen füh­ren? Was ist doch der Mensch, der so leicht, der auch über einen Zwirnsfaden und in Wirk­lichkeit wohl gerade über Zwirnsfäden am gründlichsten zu stolpern fähig ist! Sind es nicht gerade die kleinen Nöte, die es uns – vielleicht gerade in Augenblicken, wo wir Gleichnisse ewiger Freude zu erleben meinten – am klarsten machen, daß alles Vergängliche eben doch nur ein Gleichnis ist? Vor dieser schmerzlichen Enttäuschung schützt uns keine Stärke und Kunst, schützt uns auch das nicht, daß Maria da ist, der Mensch, der Gottes Wort empfangen hat. Auch die Gegenwart Gottes des Herrn selbst schützt uns nicht davor, so lange wir hier in der Zeit leben, so lange die Stunde der ewigen Hochzeit nicht angebrochen ist. Lebensnot in dieser und jener Gestalt trifft auch die Glaubenden und Betenden, auch die, die Jesus mit seinen Jüngern eingeladen haben und zu denen er selber gekommen ist. Und das ists, was in unseren großen und kleinen Lebensnöten aufbricht als die uns gesteckte Grenze: daß wir nur Menschen sind, deren Leben im letzten, tiefsten Grund auf einem Fehler beruht, auf einer Schuld, von der wir uns nicht frei sprechen können, deren Leben darum einem unaus­weich­lichen Abgrund, der großen Verlegenheit des Todes, entgegeneilt.

»… spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein.« Hört: nun ergreift Maria das Wort, sie, die Jesus kennt als den Sohn des lebendigen und allmächtigen Gottes. Sie trägt ihm scheinbar keine Bitte vor. Sie zeigt ihm nur an, sie spricht nur vor ihm aus die kleine Verle­genheit: Sie haben nicht Wein. Hier wäre zu lernen, was beten vor allem heißt: seine Not offen vor Gott hinlegen. Man muß Gott freilich kennen, um seine Not wirklich vor ihn hin­legen zu können, man muß wissen, daß sie vor seine Augen gehört, weil er gnädig ist. Aber wo sie vor seine Augen gebracht wird, da ist eben damit auch schon die Bitte an ihn ausge­sprochen. Alles stürmische und beredte Bitten könnte nicht stärker sein als dieses schlichte Sich-öffnen vor dem Allmächtigen und Barmherzigen. Durfte denn Maria auch mit dieser kleinen Verlegenheit: »Sie haben nicht Wein« zu Jesus kommen? Nun, es ist wohl wahr, Jesus Christus ist gekommen, um uns in unserer eigentlichen und letzten Not ein Heiland zu sein. Aber nun sahen wir ja: unsere großen und gerade auch unsere kleinen Lebensnöte sind ja nichts anderes als Zeichen der Todesnot, an der wir im Grunde leiden. Eben darum gehen sie Jesus Christus mit an. Er trägt uns mit Haut und Haaren. Er läßt sich von uns einladen, daß wir Alles und also auch das scheinbar ganz Äußerliche und Menschliche vor ihn bringen sollen.

Um so härter klingt die Antwort, von der wir nun hören: »Weib, was habe ich mit dir zu schaf­fen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« Dies zu Maria gesagt! Man hat sich oft genug darüber gewundert! Aber die Auflösung des Rätsels, vor dem wir hier stehen, ist doch ganz einfach. Eben die Menschen, die Gottes Wort gehört haben, eben die Menschen, die vom En­gel gegrüßt worden sind, eben diese Menschen müssen mit Gott dem Herrn so dran sein wie hier Maria. Gerade mit ihnen darf, ja muß Jesus hart umgehen. Sie wissen: es steht ihm frei, uns zu helfen. Wir haben keinen Anspruch darauf, daß uns das geschieht. Er ist uns nichts schuldig, während wir ihm alles schuldig sind. Er ist auch als unser Helfer unser König, der uns hilft wann und wie er will, dessen Helfen Sache seiner Barmherzigkeit und Weisheit ist. Gerade die, die sein Wort ehren und lieben, lassen es sich wohlgefallen und wundern sich nicht darüber, wenn ihnen gesagt wird: Mensch, was habe ich mit dir zu schaffen?, wenn Gott ihnen begegnet als ein verborgener Gott, der nicht in ihrer Gewalt ist. Ist das schreck­lich? Ja, es ist schrecklich, wenn Gott so mit uns redet und uns so begegnet. Aber gerade den Seinigen, die er lieb hat, begegnet er so. Daß wir es wirklich mit ihm, mit dem lebendigen, allmächtigen Gott zu tun haben, das mögen wir daran erkennen, daß er so mit uns redet. Laßt uns Gott lo­ben und preisen, gerade wenn er uns zürnend begegnet. Denn dann, gerade dann können wir wissen, daß er mit uns als mit seinen lieben Kindern umgehen will.

»Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut!« Wir sehen: Maria ist nicht erzürnt und nicht verzweifelt. Das Zutrauen, in dem sie sich zu Jesus gewendet hat, ist nicht gebrochen. Es nimmt nun nur eine neue Gestalt an. Es wird zu einem gehorsamen Warten auf das Wort des Herrn. »Was er euch sagen wird, das tut!« Es gibt Dunkelheiten gerade im Le­ben des Glaubenden, in denen gilt es einfach unbeweglich daran festzuhalten, daß der Herr zu seiner Stunde reden, daß das, was er sagen wird, gut sein wird und daß es dann darauf ankom­men wird, ihm zu gehorchen. Wir können ihn nicht zwingen zu reden, wenn er schweigt. Wir dürfen darum doch nicht an ihm irre werden und zur Selbsthilfe übergehen. Der Glaube tröstet sich dessen, daß der Herr nicht säumen wird, sich als der Herr zu betätigen. Auch die Kirche hat sich dessen zu trösten in den Zeiten, wo sie menschlich geredet nicht aus noch ein weiß. Sie hat sich dann bereit zu machen für die Befehle, die zu ihrer Stunde nicht ausbleiben wer­den.

Und nun erfolgt der Befehl: »Füllet die Wasserkrüge mit Wasser!«, und der Befehl wird aus­geführt: »Sie füllten sie bis obenan.« Wie seltsam: Sollte das, was hier gesagt wurde und geschah, die Hilfe sein in der peinlichen Lage? So viel Wasser! War es nicht so, daß dadurch die Not nur um so deutlicher wurde? Ja, so wird es wohl immer gehen: wenn Jesus redet und wenn wir ihm zu gehorchen versuchen, dann werden wir wohl immer zunächst erst recht ins Dunkel, vor den Anblick unserer Begrenztheit geführt werden. Soll das Kind in der Krippe von Bethlehem, soll der sterbende Sträfling am Kreuz unser Heiland sein? Was haben wir davon zu erwarten? »Wer mir will nachfolgen, der nehme sein Kreuz auf sich.« Aber was haben wir davon zu erwarten? Ja, da kann es wohl geschehen, daß der Zweifel und die Ver­zweiflung noch einmal gerade über die kommen, die Jesu Befehl gehört haben und die es versuchten, ihm gehorsam zu sein. Wenn es ihnen dann nur gelingt, ihn dennoch als Befehl gelten zu lassen und als Befehl auszuführen! Denn eben als göttlicher Befehl, der an uns ergeht und unseren Gehorsam fordert, ob wir ihn verstehen oder nicht, ist er das allmächtige Wort der Hilfe, das wir nötig haben und das sich zu seiner Zeit als solches erweisen wird.

Und nun hören wir – nicht wie das Wunder geschah, aber daß es auf einmal geschehen war im Geheimnis Gottes, das da mächtig war mitten unter diesen Menschen: »Der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war.« Und der Evangelist fügt zu seinem Bericht über das Geschehene hinzu: »Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat… und offenbarte seine Herr­lichkeit.« Wir wollen gerade an Hand dieser letzten Worte nachdenken über das, was da ge­schehen ist. – »Er offenbarte seine Herrlichkeit.« Was ist Jesu Herrlichkeit? Luther hat sie bei seiner Erklärung dieser Geschichte umschrieben mit den Worten: »Er kann die Kreatur än­dern.« Das will sagen: Jesus kann uns damit helfen, daß er uns, ja, daß er die Welt neu macht durch den Sieg Gottes über Sünde und Tod. Wir müssen es ja doch wissen und können es nie ganz vergessen, daß wir, wenn wir über unsere Not nachdenken und nach Hilfe rufen, uns im Grunde nicht zufrieden geben können mit einer solchen Hilfe, die bloß eine Veränderung oder Verschiebung unserer Lage bedeutet, sondern daß unser Herz nach einem anderen neuen Sein schreit, eben danach, daß die Kreatur selbst geändert werde. Wer aber kann die Kreatur än­dern? Alle anderen Heilande und Helfer können wohl da und dort flicken, dies und das verän­dern. Ein neues Sein uns schenken – »solche Kunst ist allein Gottes Kunst, der ein Herr über die Kreatur ist«, wie wieder Luther gesagt hat. Das ist Jesu Herrlichkeit, daß er das kann, daß er uns so hilft, daß uns wirklich geholfen ist. – »Er offenbarte seine Herrlichkeit« heißt es. Die große, ewige, hilfreiche Änderung der Kreatur ist in Jesus Christus geschehen, verborgen in seinem menschlichen Dasein, Leiden und Sterben. Aber nicht nur verborgen, sondern auch sichtbar geworden! Und eben darin wurde sie dort sichtbar, daß eine kleine Lebensnot vor den Augen der Menschen durch das Wunder göttlicher Güte und Allmacht auf einmal gewendet und aufgehoben war. Was da geschah, war gewiß nur die Behebung einer kleinen, vorüber­gehenden, menschlichen Verlegenheit, war gewiß unendlich viel weniger als die große, eigentliche Hilfe, deren auch jene Menschen als vor Gott schuldige und dem Tode verfallene Sünder bedurften, ein Tropfen bloß angesichts des Meeres von Errettung, dessen sie, wie wir alle, bedurften. Es war, wenn man so will, eine kleine, eine zeitliche Hilfe. Aber das denkt und sagt der nicht, dem in solcher Lage wirkliche Hilfe widerfährt. Er freut sich an ihrer Wirklich­keit. Und hier hören wir darüber hinaus: daß es eine überraschend reiche und schöne Hilfe gewesen ist. Wir mögen wohl fragen: Gibt es denn dergleichen wie das Geschehen, von dem wir hier hören? Und mögen dann wohl antworten: Nein, dergleichen gibt es nicht. Aber er gibt das! Und das sind die Zeichen seiner Herrlichkeit, daß er Wunder gibt, d. h. durch die Tat seines allmächtigen Wortes zu uns armen Menschenkindern redet von dem Ende, das er uns verheißt und dem wir entgegen­gehen.

Und nun heißt es ganz zuletzt: »Und seine Jünger glaubten an ihn.« Seine Jünger, das sind die, die er solcher Offenbarung seiner Herrlich­keit würdigte, d. h. die in jenem Geschehen nicht einen Zufall, einen Zauber oder irgend ein Naturgeheimnis sahen, sondern das Zeichen der Erneuerung der Kreatur, gegeben von der allmächtigen, gnädigen Hand des Herrn, damit sie an ihn glauben und sich seiner trösten sollten. So rief er sie und so ruft er durch sie auch uns. – »Sie glaubten an ihn.« Sie glaubten nicht an das Wunder. Man kann nicht an Wunder glauben, man kann nur an Gott glauben, der Wunder tut, um uns Zeichen seiner Herrlichkeit zu geben. Sie glaubten an Gott, den Herrn. Sie erkannten in Jesus den Gebieter, dessen Willen sie sich nicht mehr entziehen konnten, was auch draus werden mochte. Sie mußten sich halten an das, was ihnen gezeigt worden war; sie mußten die Zeugen und Boten dessen werden, der ihnen seine Herrlichkeit gezeigt hatte. – Und nun haben auch wir in dieser Geschichte die Stimme eines dieser Zeugen und Boten vernommen. Auch wir alle stehen in Lebensnöten und sehnen uns nach Lebenshilfen. Wir dürfen uns sagen lassen, daß Gott unser Seufzen hört und weiß, wie wir dran sind. Wir dürfen uns aber auch aufrufen lassen zu erkennen, daß das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist. Auch wir dürfen vielleicht Zeichen zu sehen bekommen, an denen wir merken dürfen, wie freundlich der Herr ist; auch wir sind auf alle Fälle eingeladen, uns mit jenen Jüngern an Jesus zu klammern als an den, der mit der großen auch alle kleinen Nöte überwindet, und also selber Jünger zu werden, selber zu glauben.

Gehalten am 20. Januar 1935 in Grindelwald.

Quelle: Karl Barth, Fürchte dich nicht! Predigten aus den Jahren 1934 bis 1948, München 1949. S. 51-58.

Hier Barths Predigt als pdf.

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