Entschließung der Glaubensbewegung Deutsche Christen vom 13. November 1933 im Berliner Sportpalast: „dass eine deutsche Volkskirche Ernst macht mit der Verkündigung der von aller orientalischen Entstellung gereinigten schlichten Frohbotschaft und einer heldischen Je­sus-Gestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentums“

Es war die berüchtigte Kundgebung der Deutschen Christen am 13. November 1933 im Berliner Sportpalast (im Rahmen der Feierlichkeiten zum 450. Geburtstags Martin Luthers) mit der Rede des Gauobmanns Reinhold Krause, die deren machtpolitischen Absichten innerhalb der evangelischen Kirchen zum öffentlichen Bewusstsein brachten. So lautete die Entschließung des Gaues Groß-Berlin der Glaubensbewegung Deutsche Christen vom 13. November 1933:

Die am 13. November im Berliner Sportpalast versammelten Mitglieder des Gaues Groß-Berlin der Glaubensbewegung Deutsche Christen haben folgenden Entschluß gefaßt:

1. Wir sind als nationalsozialistische Kämpfer gewohnt, das Ringen um die Gestaltung einer großen Idee nicht mit einem faulen Frieden abzubrechen. Der kirchenpolitische Kampf kann für uns erst dann beendet sein, wenn das an vielen Orten zwischen Geistlichen und Gemeinden bestehende Mißtrauen überall beseitigt worden ist, das durch offenen und heim­lichen Widerstand der uns in der Mehrzahl noch feindlich oder verständnislos gegenüber­stehenden Pfarrer entstanden ist. Ein dauernder Frieden kann hier nur geschaffen werden durch Versetzung oder Amtsenthebung aller der Pfarrer, die entweder nicht willens oder nicht fähig sind, bei der religiösen Erneuerung unseres Volkes und der Vollendung der deut­schen Reformation aus dem Geist des Nationalsozialismus führend mitzuwirken.

2. Wir lassen uns keine Führer aufzwingen, die wir innerlich ablehnen müssen, weil wir weder zu ihrem Nationalsozialismus noch zu ihrem deutschen Glauben das rechte Vertrauen haben. Auf kirchlichem Gebiet können wir das Führerprinzip überhaupt nur hinsichtlich der äußeren Ordnung anerkennen.

3. Wir erwarten von unserer Landeskirche, daß sie den Arier-Paragraphen — entsprechend dem von der Generalsynode beschlossenen Kirchengesetz — schleunigst und ohne Abschwä­chung durchführt, daß sie darüber hinaus alle fremdblütigen evangelischen Christen in be­sondere Gemeinden ihrer Art zusammenfaßt und für die Begründung einer judenchristlichen Kirche sorgt.

4. Wir erwarten, daß unsere Landeskirche als eine deutsche Volkskirche sich frei macht von allem Undeutschen in Gottesdienst und Bekenntnis, insbesondere vom Alten Testament und seiner jüdischen Lohnmoral.

5. Wir fordern, daß eine deutsche Volkskirche Ernst macht mit der Verkündigung der von aller orientalischen Entstellung gereinigten schlichten Frohbotschaft und einer heldischen Je­sus-Gestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentums, in dem an die Stelle der zerbro­chenen Knechtsseele der stolze Mensch tritt, der sich als Gotteskind dem Göttlichen in sich und in seinem Volke verpflichtet fühlt.

6. Wir bekennen, daß der einzige wirkliche Gottesdienst für uns der Dienst an unseren Volksgenossen ist, und fühlen uns als Kampfgemeinschaft von unserem Gott verpflichtet, mitzubauen an einer wehrhaften und wahrhaften völkischen Kirche, in der wir die Vollen­dung der deutschen Reformation Martin Luthers erblicken, und die allein dem Totalitäts­anspruch des nationalsozialistischen Staates gerecht wird.

Hier der Text als pdf.

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