„Kein Mensch ist so verlassen und heimatlos in dieser Welt, in Jesus Christus sucht Gott ihn auf, mitten in unserm Elend“ – Martin Niemöllers Weihnachtspredigt im KZ Dachau 1944

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Martin Niemöller predigt am 30. April 1967 in der Versöhnungskirche auf dem Gelände des Konzentrationslagers Dachau änläßlich deren Einweihung, im Hintergrund der damalige bayerische Landesbischof Hermann Dietzfelbinger (Mitte) und Kurt Scharf, damaliger stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender (r.).

An Heiligabend 1944 durfte Martin Niemöller im Zellenbau des Konzentrationslagers Dachau einen Gottesdienst halten, der ersten nach siebeneinhalb Jahren Gefangenschaft. Die Gottesdienstgemeinde bestand aus einem holländischen Minister, zwei norwegischen Reedern, einem englischen Oberst, einem jugoslawischen Diplomaten sowie einem mazedonischen Journalisten, die alle genügend Deutsch verstanden. Da kommt dann die Weihnachtsbotschaft hinter Stacheldraht in eindrücklichen Worten zur Geltung:

Weihnachtspredigt in Dachau

Von Martin Niemöller

Heiligabend, 24.12.1944

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt! Amen.

Wir hören die Freudenbotschaft aus der Weihnachtsgeschichte nach Lukas; Lukas 2,10-12: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Wenn man Weihnachten in der Gefangenschaft feiern muß, so ist das begreiflicherweise eine ziemlich trübselige Sache, und für gewöhnlich sind wir Menschen erst dann richtig zufrieden, wenn die Festtage – wie man so sagt – „mal wieder glücklich überstanden“ sind; und zu ver­stehen ist das wohl: Es gibt ja kein Fest im Laufe des Jahres, das so stark gemütsbetont wäre, an dem so viele liebe und ganz persönliche Erinnerungen hängen, durch das so starke und tie­fe Sehnsüchte in uns geweckt werden nach dem, was uns genommen ist! – So kommt’s denn, daß wir uns in diesen Tagen unsrer selbst sehr wenig sicher fühlen und eigentlich beständig fürchten, dass wir vor uns selbst die Haltung verlieren könnten. Das Bitterwerden unter der uns aufgelegten Last und das Aufbegehren gegen unser Los sind uns da besonders nahe, und wir haben mit einer ganzen Fülle widerstreitender Gefühle in unsrer Brust zu ringen. – Und so kommt es am Ende dahin, daß wir gerade froh sind, wenn das wiederkehrende Gleichmaß der Tage uns aufs neue umfängt und wenn die Sturmwogen der Empfindungen, die uns unruhig und friedlos machten, allmählich wieder verebben. – Unter solchen Umständen bleibt natür­lich wenig Raum für die Freude des Herzens, wie wir sie früher in den Weihnachtstagen gekannt haben, die uns die Seele weit und hell und dankbar zu machen pflegte: Wir sind ja nun einmal ein „Volk, das im Finstern wandelt“, wie es bei den Propheten heißt, Menschen, die zwischen Fürchten und Hoffen hin und her geworfen werden und die schließlich doch nichts Besseres zu tun wissen, als den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Nun aber klingt eine alte Kunde an unser Ohr, jenes Weihnachtsevangelium mit der Engels­botschaft an die Hirten auf dem Felde, jene rührende Geschichte von einem Kinde in der Krippe, das allem Volk Freude und Heil bringen soll. – Jahrhunderte haben Trost, Freude und Hoffnung daraus geschöpft; aber heute sieht es beinahe so aus, als wäre die Zeit der Gnade dahin, als sei das alles nur noch ein verhallender Klang, den unsere Ohren eben noch auffan­gen, der aber nicht mehr stark und kräftig genug ist, Menschenherzen wirklich in Bewegung zu setzen. – Fragen wir aber, woher das kommt, so ergibt sich die sehr einfache, aber schwer­wiegende Antwort: Der Mensch hat sich daran gewöhnt, sein Leben ohne Gott zu führen. Meine lieben Freunde, ich möchte nicht mißverstanden werden; ich meine hier nicht die Leu­te, die sich als „gottlos“ bezeichnen und die aus angeblich wissenschaftlichen, weltan­schau­lichen oder politischen Gründen behaupten: „Es gibt keinen Gott“, und zu denen wir ja nicht gehören; ich meine durchaus uns selber, die wir hier versammelt sind, die wir es uns noch nicht abgewöhnt haben, unseren Tageslauf mit Gebet zu beginnen und zu beschließen, denen aber doch Gott oft so unendlich ferne zu sein scheint, daß wir meinen, er kümmere sich um unseren Planeten nicht. Es sieht ja auch in der Tat so aus, als hätte er diese Welt sich selbst überlassen, damit die Menschen sie vollends zugrunde richten. Und von dieser Empfindung aus ist es nur noch ein winziger Schritt zu der Zweifelsfrage: Sollte Gott sich um mich kümmern, um ein kleines, armseliges Menschlein in einer Zeit, da Hunderttausende und Millionen elend zugrunde gehen? – Ist das nicht völlig unsinnig und paradox?! – Bei solchen Gedanken, die sich uns heute geradezu aufdrängen, geschieht es unversehens, daß wir den Gedanken an Gott aus dem, was uns Tag um Tag begegnet, ausschalten, daß wir nur noch die Menschen und die irdischen Verhältnisse sehen und auf sie – je nachdem – unsere Hoffnun­gen oder unsere Befürchtungen richten. Diesen Zustand meine ich mit dem „Leben ohne Gott“ das uns daran hindern will, aus der Weihnachtsgeschichte Trost, Freude und Hoffnung zu schöpfen, so wie es unsere Väter getan haben.

Gerade in dieser Not des Herzens aber will uns die frohe Botschaft der Weihnacht Hilfe brin­gen, wenn wir sie nur recht hören und ihr glauben als dem Wort, das der lebendige Gott mit uns redet, und dem wollen wir ein wenig nachdenken.

Da liegt also das Kind in der Krippe. – Ungezählte Dichter haben von ihm gesungen; zahllose Maler haben es dargestellt; und seit den Tagen unserer eigenen Kindheit sehen wir es so vor unserem inneren Auge, umstrahlt von einem Heiligenschein und verklärt durch den romanti­schen Schimmer, den die Kunst und das dichtende menschliche Gemüt über die Szene im Stall von Bethlehem ausgegossen haben.

Die Wirklichkeit der evangelischen Botschaft weiß von all diesem märchenhaften Zauber nichts. In der Kunde, die den Hirten zuteil wird, ist ihnen und uns nur ein zweifaches „Zei­chen“ genannt, d. h. zwei Dinge, die für dieses Kind und seine Bestimmung bezeichnend sind: Dies Kind ist in Windeln gewickelt, und es liegt in einer Krippe. Das ist alles. – Und was soll uns damit gesagt werden? Einmal dies: Das Kind, das dort in Windeln gewickelt liegt, ist ebenso schwach und hilflos wie nur irgendein Kind, das in diese Welt hineingeboren wird: Die Mutter muß es versorgen, damit es nicht zugrunde geht, muß es in Windeln wickeln, daß es nicht erfriert, muß es nähren, daß es nicht Hungers stirbt. – So sind die Windeln ein cha­rakteristisches Zeichen und Vorzeichen für das Leben des Mannes, von dem es einmal heißen wird: „Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen.“ Und zum andern: Auch die Krippe ist kein malerisches Attribut, das die Poesie der Christnacht erhöhen soll; sie ist wie­derum Zeichen, nämlich das Zeichen der Heimatlosigkeit dieses Kindes: „Sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge“. – Und auch sie ist ein Vorzeichen: Denn aus dem Kinde wird der Mann werden, der von sich selber sagen muß: „Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nichts, da er sein Haupt hinle­ge!“ Das sind die beiden Zeichen, die den Hirten und auch uns gegeben werden.

Wenn wir aber nun in die Tiefe schauen und fragen, was denn diese menschliche Hilflosigkeit und irdische Heimatlosigkeit des Jesuskindes uns zu sagen haben, dann fängt eben hier die wahrhaft frohe Botschaft an: Gott – der ewigreiche und allmächtige Gott – geht ein in die äußerste menschliche Armseligkeit, die man sich denken kann. Kein Mensch ist so schwach und hilflos, in Jesus Christus kommt Gott zu ihm her, mitten hinein in unsere Not; und kein Mensch ist so verlassen und heimatlos in dieser Welt, in Jesus Christus sucht Gott ihn auf, mitten in unserm Elend.

Das ist also nicht so wie sonst in den von Menschen geschaffenen Religionen, daß wir, die Menschen, uns auf den Weg machen müssen zu einer fernen Gottheit, die in ihrer Majestät über uns thront in unerreichbaren Höhen, zu denen wir uns mühsam hinaufarbeiten müssen, ohne doch je zum Ziele zu gelangen, weil einfach unsere Kraft dazu nicht reicht. Hier kommt Gott zu uns herab und nimmt sich unser an; und er bevorzugt nicht die Starken und die Guten, um das Schwache und Kranke sich selbst und seinem Schicksal zu überlassen. – Hier klingt es uns, aus den Windeln und aus der Krippe, entgegen: „Kommet her zu mir alle, die ihr müh­selig und beladen seid; ich will euch erquicken!“ -Hier geschieht das, was uns der Apostel Paulus tröstend zuruft: „Ihr wisset die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, daß, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen.“

Das ist das ganz Besondere der christlichen Heilsbotschaft; sie sagt uns: Du brauchst nicht auf die Suche zu gehen nach Gott, du darfst nicht meinen, er sei dir fern und kümmere sich nicht um das, was dich drückt! – Er ist da und ist dir nahe in dem Manne, der als ein Kind, in Win­deln gewickelt, in der Krippe lag. All deine Not ist ihm so wenig fremd, daß er sich vielmehr aus freien Stücken selbst hinbegeben hat, um sie mit dir zu tragen! – Wer das im Glauben fassen kann, der ist auch im Gefängnis und im Sterben nicht verlassen; denn in dem ärgsten Dunkel darf er sprechen: „Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Meine lieben Freunde, laßt uns an diesem Weihnachtsfest in dem Kinde von Bethlehem den suchen, der zu uns kam, um alles, was uns schwer bedrückt, mit uns zu tragen. Wir werden dann sicherlich etwas von der großen Freude merken, die uns verkündigt wird; und von dem Leuchten, das um die Hirten war, wird auch ein heller Schein in unsere Finsternis fallen: Dies Kind heißt „Immanuel, das ist: Gott mit uns“. Ja, Gott selber hat die Brücke von ihm zu uns geschlagen, es hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe!

Damit haben wir eine Seite der Weihnachtsbotschaft betrachtet, und es könnte so scheinen, als sei damit bereits das Wesentliche gesagt. Aber da ist noch eine andere Seite, und am Ende ist sie noch wichtiger für uns. – Gewiß, die Zeichen – Windeln und Krippe – bleiben auch dem Manne treu, nachdem das Kind herangewachsen ist; er wandelt seinen Weg weiter in der Tie­fe der Menschheit; er wird ein Wanderprediger, dem die einfachen Leute nachlaufen, während ihm die Großen und Gelehrten mit ausgesprochener Skepsis gegenüberstehen, sofern sie über­haupt von ihm Notiz nehmen; er wird jener sonderbare Heilige, der sich mit Zöllnern und Sündern, mit Dirnen und Aussätzigen abgibt; er wird endlich der Mann der Schmerzen, der von seinem eigenen Jünger verraten, von keinem seiner Freunde verstanden und selbst von Gottes Hand im Stich gelassen, sein irdisches Leben am Kreuz beschließt, und das heißt am Galgen: „Sehet, welch ein Mensch!“ – Sein ganzes Leben ein Weg des Duldens und Leidens, von der Krippe bis hin zum Grabe, das auch nicht mal ihm zu Eigen gehört. – Das ist das Leben dieses Kindes, wie es sich unseren Augen darstellt.

Aber Gott hat eine eigene Überschrift über dieses Leben gesetzt er läßt uns von diesem Kinde sagen: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr!“ – Da geht es noch um mehr als um den Trost, daß Gott sich zu uns neigt; da geht es um Rettung, um Befreiung aus tödlicher Not und Gefahr; denn das Wort, das unsere Bibel mit Heiland übersetzt, meint ursprünglich den Retter oder Erretter, der da Hilfe bringt, wo wir selber uns nicht mehr zu helfen vermögen.

Die Heilige Schrift läßt keinen Zweifel darüber, was für eine Not hier gemeint ist, aus der nur ein Heiland, ein Retter, uns befreien kann. Sie spricht ungeschminkt von der Sünde und meint damit unseren Ungehorsam gegen Gottes heilige Gebote, die selbstherrliche Auflehnung des menschlichen Geschöpfs gegen seinen Schöpfer. Und sie führt diese Verderbtheit der mensch­lichen Grundhaltung gegenüber Gott bis auf die ersten Anfänge des Menschengeschlechts zurück und urteilt völlig pessimistisch über alles menschliche Bemühen, diesen Zustand zum Guten zu wenden: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf“, und das Ende sind der Tod und das Gericht, denn „der Tod ist der Sünde Sold“, und Gott will vergelten „einem jeglichen nach seinen Werken“. – Um die Wahrheit solchen Urteils zu erkennen, brauchen wir nicht der Menschheitsgeschichte Schritt um Schritt nachzugehen; ein Blick in unser eigenes Herz und Leben – wenn er ehrlich ist – zeigt uns deutlicher als alle Bei­spiele, daß wir keinen Augenblick vor dem heiligen Gott und seinen Geboten bestehen kön­nen, daß darum im Grunde alles Elend unseres Lebens wohl verdient ist, wenn – ja, wenn ein Gott im Himmel ist, der Gehorsam gegen seinen heiligen Willen von uns fordert. – Des­halb ist dies schlechte Gewissen fast immer die geheime eigentliche Triebfeder aller groben und feinen Gottlosigkeit; denn wer hätte je einen anderen Weg gefunden, sich selber von sei­nem schlechten Gewissen und damit von seinen Sünden zu erlösen, als den, daß er Gott leugnet oder vergißt oder doch zu vergessen sucht und sich an Gottes Statt zu seinem eigenen Gesetz­geber und Herren macht?!

Doch niemand kann sich dem Zugriff Gottes entziehen! – „Führe ich gen Himmel, so bist Du da; bettete ich mich in die Hölle, siehe, so bist Du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch Deine Hand daselbst führen und Deine Rechte mich halten.“ Es gibt kein Entrinnen vor Gott, und niemand vermag seinem Gericht zu entfliehen. – Darum ist es kein Wunder, daß diese Erde immer mehr zur Hölle wird; kein Wunder, daß hier ein Kampf aller gegen alle tobt; aber ein Wunder ist es, wenn in diese Menschenwelt hinein die Botschaft gesprochen wird: „Euch ist der Heiland geboren; Christ der Retter ist da!“

Wie freilich das hier verheißene Heil zustande kommt, wie denn nun unsere Rettung ge­schieht, das wird uns im Weihnachtsevangelium noch nicht gesagt; aber es ist bereits ange­deutet und eingeleitet. – Der Seher von Jesaja 53 hat es vorausgeschaut: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“ – Und ein frommer Mann hat das feine Wort geprägt: „Die Passion Christi fängt mit seinen Windeln an.“ – In Christus bringt Gott selber die Rettung, die wir uns nicht verschaffen können; er neigt sich nicht nur zu uns herab, er hebt uns zu sich empor: „Ich, ich tilge Deine Übertretungen und gedenke Deiner Sünden nicht!“ – Christus, der „Gott mit uns“, ist auch der „Gott für uns“, und wir dürfen jubeln: „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein!“

Das ist wahrlich eine Botschaft, die den Namen verdient: „Große Freude“; da darf unsere Furcht weichen: „Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird!“ Wohl ist diese Freude über alles Begreifen und Verstehen; es handelt sich ja um Gottes Wirken und Tun, und wie wollten wir das begreifen?! – Diese Freude ist mehr, als wir Menschen je zu erwarten und zu hoffen wagen könnten. – Aber sie ist anzube­ten; sie ist zu glauben. – Und wer glaubt, der hat!

Es sind Hirten, denen die erste Kunde gebracht wird von dem Heiland, der als Kind in der Krippe liegt; es sind einfache, schlichte, arme Leute: „Den Armen wird das Evangelium ge­predigt.“ Sie haben gewiß keine uferlosen Wünsche und keine großartigen Hoffnungen für ihr irdisches Dasein, sie träumen sicherlich nicht von einem Paradies auf Erden, das nun kommen soll. – Und wer das tut, der – wird immer an der biblischen Christusbotschaft vorübergehen. – Aber wer mit Gott wieder ins reine kommen möchte und wer den Frieden des Herzens sucht, dem kann und soll geholfen werden, dem will die weihnachtliche Frohbotschaft sagen: Gott ist nahe, dir zu helfen; Jesus Christus ist da, dein Bruder und dein Heiland; fürchte dich nicht, glaube nur!

Und wir, liebe Freunde, die wir abgeschnitten sind von der Welt da draußen, untätige Zu­schauer bei allen ihren Kämpfen und Krämpfen, wir, die wir jeden Tag viele Stunden Zeit haben, nach innen zu schauen und uns über uns selber klarzuwerden, wir, die wir den Frieden des Herzens oft so schmerzlich entbehren, weil wir nicht auf Gott und sein Wort, sondern auf die Menschen und ihr Tun blicken – sollte nicht uns das innere Gehör besonders aufgeschlos­sen sein für die Kunde, die uns das Weihnachtsevangelium bringt; sollte nicht uns, die wir die Furcht kennen – die Todesfurcht wie die Lebensfurcht –, das Wort von der großen Freude besonders angehen?! – So laßt uns denn heute am Heiligen Abend den Herrn Jesus Christus bitten, daß er, der als Kind in diese gottentfremdete Welt kam, sie zu retten, auch bei uns Einkehr halte, uns seine Rettung bringe und uns seine Freude schenke! – Amen.

Quelle: Martin Niemöller, „… zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn!“ Sechs Dachau­er Predigten, München: Chr. Kaiser 1946, S. 5-12.

Hier die Predigt als pdf.

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