Menschen unseres Vertrauens – wenn es ums Wählen geht

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Zwei Wahlen stehen im Oktober an, am 14. die Wahl zum bayerischen Landtag und am 21. die Wahl zu unserem Kirchenvorstand. Während es bei unserer Kirchenvorstandswahl für alle einsichtig um die Wahl von Personen geht, scheint die Landtagswahl eine Parteienwahl zu sein. Dabei müssen auf dem Stimmzettel sowohl für die Erststimme (Stimmkreis) wie auch für die Zweitstimme (Wahlkreis) einzelne Kandidaten namentlich mit Kreuz gewählt werden.

Wir geben bei der Landtagswahl nicht einfach unsere Stimme an Parteien ab (und verstummen fortan), sondern wählen aus den jeweiligen Listen unsere Volksvertreter. Die allermeisten Kandidaten zur Landtagswahl sind keine Berufspolitiker, sondern Bürgerinnen und Bürger, die einer eigenen Erwerbstätigkeit nachgehen. Für den Wahlkampf investieren sie viel Zeit und auch eigenes Geld und stellen sich schließlich dem Votum anderer Menschen. Das verdient Respekt und Anerkennung, selbst wenn man mit deren politischen Positionen nicht übereinzustimmen vermag.

Warum ist von einer Politikverdrossenheit weithin die Rede? Für mich liegt ein wesentlicher Grund im Missverständnis der Wahl: Wer glaubt, an Stelle von Personen Parteien zu wählen, missversteht parlamentarische Demokratie als politische Produktwahl. Als wären Bürgerinnen Konsumenten im Supermarkt, die vor einem Regal mit unterschiedlichen Parteiprodukten stünden und nun für sich selbst zu wählen haben, welches davon für das eigene Wohlbefinden die größte Befriedigung verspricht. Der Preis dafür wäre die eigene Stimmabgabe.

Da sind dann nach der Wahl Enttäuschungen vorprogrammiert, wenn parteiliche Wahlversprechen gebrochen oder aber parlamentarische Entscheidungen getroffen werden, die man als Wähler eigentlich so nicht gewollt hat. Die Politik hat nicht geliefert, was man für sich selbst gewählt hat; und Umtausch bzw. Rücksendung sind ausgeschlossen.

Noch einmal: Bei der Landtagswahl wählen wir keine Parteiprodukte, sondern Volksvertreter, die im Parlament eine Regierung wählen und gesetzgeberisch Regelungen für unser zukünftiges Zusammenleben vorsehen. Dazu muss uns als Bürger auch Unliebsames oder schwer Verständliches zugemutet werden. Was es für unsere Wahl braucht, ist das persönliche Vertrauen in Kandidaten und damit auch in die zukünftigen Volksvertreter.

„Dafür steh’ ich mit meinem Namen“ – unter diesem Motto findet ein Podiumsgespräch zur Landtagswahl mit acht Kandidaten am Donnerstag, 20. September um 19.30 Uhr in unserem evangelischen Gemeindehaus in Vöhringen statt. Ihr seid als Bürgerinnen und Bürger eingeladen, euch ein eigenes Bild von den Kandidaten zu machen. So könnt ihr dann am 14. Oktober tatsächlich eine Person eures Vertrauens wählen.

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